Wir alle tun es. Aber wir geben es ungern zu. Allenthalben lassen wir uns von “Clickbait”-Anzeigen auf unseren Smartphones verführen und klicken auf halbwegs interessante Überschriften. Oftmals verbergen sich seichte Stories oder Werbeanzeigen dahinter. Doch vor einigen Monaten wurde mir auf Facebook eine Teaser-Überschrift angezeigt, die mich neugierig machte. Sie lautete etwa “X Gründe, warum erfolgreiche CEOs ein Buch pro Woche lesen“. Als Erstes wurde Bill Gates als prominentes Beispiel genannt.

Von da an war ich angefixt, las mehrere Artikel zu dem Thema und schaute mir Youtube-Videos an, in denen Leute ihre Erfahrung mit dieser Lese-Praxis teilten. Die beschriebene Erweiterung des eigenen Horizonts leuchtete mir ein. Und wer sagt nicht ständig: “Eigentlich sollte ich / wollte ich mehr lesen.” Was mich reizte, war das gesetzte Lesepensum, also ein Buch pro Woche. War das überhaupt zu schaffen?

Diese Herausforderung faszinierte mich und ich begann, das Vorhaben taktisch zu durchdenken. Ich holte mir ein Buch zur Hand und teilte die Gesamtseitenzahl durch 7 Tage. Plus-minus wäre es also zu schaffen, wenn ich circa 30 Seiten pro Tag lesen würde. Aber wann sollte ich dies tun? Angesichts des klassischen Vollzeitjobs von 9 bis 17 Uhr sowie Familienzeit und Kinderbetreuung nach Feierabend erschien es unmöglich. Die einzige Tageszeit, die sich anbot, waren die frühen Morgenstunden. So begann ich also, in kleinen Schritten, meine Aufstehzeit zu immer früheren Zeitpunkten anzusiedeln. Und es ist mir schließlich gelungen.

Um 4:30 Uhr stehe ich jeden Morgen auf und lese mein Mindestpensum (mal mehr, mal weniger je nach Tagesform und Wochenenden). Dies erfordert natürlich entsprechende Disziplin und frühes Zubettgehen. Aber ich war motiviert. Jeden Tag notierte ich mit einer Lese-App die erreichte Seitenzahl und war stolz über die Fortschritte. So las ich 13 Bücher innerhalb von 5 Monaten. Eine unglaubliche Zahl für meine Verhältnisse, wenn man bedenkt, dass ich vor dem Experiment vielleicht zwei Bücher in einem Jahr geschafft hatte.

Das Experiment ist mittlerweile keines mehr, weil ich es erfolgreich zu einer morgendlichen Routine entwickelt habe. Mittlerweile geht es mir aber nicht mehr so sehr um das Wochenziel, ein Buch gelesen zu haben. Manchmal benötige ich auch mehr Zeit. Es geht mir mittlerweile primär um die Erkenntnisse und wie man diese für sein eigenes Leben anwenden kann.

Doch leider stellte ich fest, dass nur sehr wenige der extrem lehrreichen Inhalte der Bücher bei mir hängen geblieben sind. Das wollte ich natürlich ändern. Daher möchte ich mit diesem privaten Blog zum einen meine Bücherempfehlungen mit Euch teilen, und zum anderen gleichzeitig reflektieren, welche lebenspraktischen und wertvollen Erkenntnisse ich aus diesen Büchern gezogen habe. Viel Spaß beim Lesen.